Hyperthermie bei Lungenkrebs: Wirkung der Chemotherapie und Strahlentherapie verstärken

8. Februar 2019

Lungenkrebs hält für den Patienten nach der Diagnose oft noch eine weitere Schicksalsnachricht bereit: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Inoperabel. Denn der Lungenkrebs macht sich häufig spät bemerkbar und wird so erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Umso wichtiger ist es, dem Patienten eine effektive Behandlung bieten zu können, die den Lungenkrebs zurückdrängt. Hier kann die Hyperthermie helfen.

Die Hyperthermie bei Lungenkrebs ist eine wirksame Methode, um die Strahlentherapie oder Chemotherapie bei Lungenkrebs zu ergänzen und ihre Wirkung zu verstärken. Insbesondere bei inoperablem Lungenkrebs kann Hyperthermie den Therapieerfolg verbessern.

In diesem Artikel wollen wir daher klären, welche Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs empfohlen werden und wie die Hyperthermie auch bei inoperablem Lungenkrebs die Therapie unterstützen kann.

Hyperthermie bei Lungenkrebs Beratung

#1 Hyperthermie bei Lungenkrebs: Welche Arten von Lungenkrebs gibt es und wie werden sie behandelt?

Beim Lungenkrebs oder Bronchialkarzinom handelt es sich um bösartige Tumore im Bronchialsystem. Es werden zwei Arten von Lungenkrebs unterschieden, zu deren Therapie je nach Stadium verschiedene Behandlungsmethoden vorgeschlagen werden.

Welche Therapie für einen Patienten in Frage kommt, hängt jedoch in allen Stadien der Erkrankung von individuellen Faktoren und seinem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Kleinzelliger Lungenkrebs:

Der kleinzellige Lungenkrebs ist eine sehr schnell wachsende Krebsart, die sich schon früh ausbreitet und Metastasen in anderen Körperregionen bildet. Das macht sie zu einer der aggressivsten Tumorarten. Zum Glück ist sie zugleich die seltenere Form von Lungenkrebs, die nur etwa 15 % aller Lungenkrebsfälle ausmacht.

Nur wenn der kleinzellige Lungenkrebs in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, können kleine Tumore manchmal operativ entfernt werden. Die häufigste Behandlungsmethode ist daher die gleichzeitige Chemo- und Strahlentherapie, die sich im frühen, begrenzten Stadium (englisch: limited disease), wenn der Tumor auf einen Lungenflügel beschränkt ist, am wirkungsvollsten zeigt.

In zwei Drittel der Fälle wird kleinzelliger Lungenkrebs jedoch erst im späten, erweiterten Stadium der „extensive disease“ diagnostiziert. Hier hat der Krebs bereits über die gesamte Lunge gestreut und Fern-Metastasen gebildet. In diesem Stadium sind die Heilungschancen bereits deutlich verringert. Dennoch, mit einer Chemotherapie können die Ausbreitung verlangsamt und die Lebensqualität verbessert werden.

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs:

Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs ist die weitaus häufigere Form und wird in 85 % der Lungenkrebsfälle diagnostiziert. Er ist zudem weniger aggressiv als der kleinzellige Lungenkrebs und in der Regel leichter zu behandeln.

Zur Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium I und II wird eine Operation mit unterstützender Chemotherapie angestrebt. Bei vollständiger Entfernung des Bronchialkarzinoms bietet diese Methode eine Chance auf vollständige Heilung. Auch eine alleinige Strahlentherapie ist möglich, wenn der Krebs sich noch im frühen Stadium (I und II) befindet oder eine OP zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen keine Option ist.

In der Mehrzahl der Fälle wird der nicht-kleinzellige Lungenkrebs jedoch erst in einem fortgeschrittenen Stadium (III) erkannt. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Operation meist nicht mehr möglich. Zur Behandlung wird eine kombinierte Strahlentherapie und Chemotherapie vorgeschlagen.

Wann ist Lungenkrebs inoperabel?

Ob der Lungenkrebs inoperabel ist, muss für jeden Patienten einzeln geprüft werden, da es auf die individuelle Ausformung und den Fortschritt der Erkrankung ankommt. Auch der Gesundheitszustand des Patienten spielt eine Rolle.

In der Regel ist eine Operation bei Lungenkrebs nicht mehr möglich, sobald der Tumor sich bereits über die Lunge ausgebreitet und Metastasen in den Lymphknoten sowie Fern-Metastasen in weiteren Organen oder den Knochen gebildet hat. Dieses fortgeschrittene Krebswachstum wird mit Stadium III und IV beschrieben.

Der kleinzellige Lungenkrebs wächst so schnell, dass er nur selten operiert werden kann. Dies wäre nur bei sehr kleinen und örtlich begrenzten Tumoren (Stadium I) erfolgreich möglich. Häufig erhält der Patient die Diagnose erst im Stadium IV („extensive disease“), wenn der Tumor bereits Fern-Metastasen gebildet hat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Lungenkrebs inoperabel. In der Regel wird sodann eine Chemotherapie mit ergänzender Strahlentherapie begonnen.

Auch der nicht-kleinzellige Lungenkrebs wird häufig erst diagnostiziert, wenn das Stadium III erreicht oder überschritten wurde und der Krebs als inoperabel gilt. In diesen Fällen ist die Standard-Behandlung eine kombinierte Strahlentherapie und Chemotherapie.

#2 Hyperthermie bei Lungenkrebs: Hyperthermie als unterstützende Krebstherapie

Die Hyperthermie bei Lungenkrebs ist eine ergänzende Therapiemethode, die die Wirkung der Chemotherapie und/oder Strahlentherapie sehr gut unterstützen kann. Insbesondere bei inoperablem Lungenkrebs kann Hyperthermie die Therapieerfolge verbessern.

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#3 Hyperthermie bei Lungenkrebs: Wie läuft Hyperthermie als komplementäre Krebstherapie ab?

Bei der Hyperthermie wird der gesamte Körper oder speziell das an Krebs erkrankte Gewebe des Patienten erwärmt. Dazu wird der Körper von außen mit einer Radiofrequenz bestrahlt, wodurch sich das Gewebe von innen erwärmt.

Das Krebsgewebe erwärmt sich durch seine chemisch sauren Eigenschaften stärker als gesundes Gewebe. Es erreicht Temperaturen von 42 °C bis 44 °C, unter denen die Krebszellen geschädigt und geschwächt werden. Das gesunde Gewebe erwärmt sich dabei nur auf ca. 38 °C, eine völlig ungefährliche Temperatur. In der Regel sind für die Therapie etwa 25 Sitzungen zu je 60 Minuten nötig.

#4 Hyperthermie bei Lungenkrebs: Welche Wirkung hat Hyperthermie bei Lungenkrebs?

Durch die Hitzeschäden im Krebsgewebe werden die Krebszellen angreifbarer für die Chemotherapie oder Strahlentherapie, wodurch die Wirkung dieser Therapien verstärkt wird. So erreicht die Hyperthermie bei Lungenkrebs, dass die Krebszellen besser auf die Strahlentherapie ansprechen oder die bei der Chemotherapie angewendeten Zytostatika effizienter wirken können.

Ein zusätzlicher Effekt der Hyperthermie ist, dass die Erwärmung das körpereigene Immunsystem aktiviert: Durch die Hitzeschäden können die Abwehrzellen des Körpers die Tumorzellen leichter als krankes Gewebe erkennen und folglich angreifen. Mehr zur positiven Wirkung von Hyperthermie gegen Krebs erfahren Sie in unserem Artikel „Hyperthermie als komplementäre Krebstherapie – Was passiert bei der Überwärmungstherapie?“

#5 Hyperthermie bei Lungenkrebs: Studie zur Behandlung von inoperablem Lungenkrebs mit Strahlentherapie und Hyperthermie

Eine kleine Studie aus den USA zeigte, wie Hyperthermie bei inoperablem Lungenkrebs die Strahlentherapie unterstützen kann. An der Studie von nahmen 41 Patienten mit inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs der Stadien I und II teil. Sie wurden sieben Jahre lang entweder nur mit einer Strahlentherapie oder einer Kombination aus Strahlentherapie und Hyperthermie behandelt.

Das Ergebnis: Die Überlebensrate bei Patienten, die eine kombinierte Strahlentherapie plus Hyperthermie erhalten haben, war höher. Nach einem Jahr lebten noch 87 %, nach zwei Jahren 70 % und nach drei Jahren 57 % dieser Patienten. Unter den Patienten, die lediglich die Strahlentherapie erhalten haben, waren es nach einem Jahr nur 57 %, nach zwei Jahren 36 % und nach drei Jahren 21 %. Insbesondere die Überlebensrate nach zwei beziehungsweise drei Jahren hat sich durch die Hyperthermie also etwa verdoppelt.

Wieso ist die kombinierte Strahlentherapie und Hyperthermie bei Lungenkrebs so wirksam? Ein Forscher der Studie erklärt, wie sich die beiden Therapien ergänzen: Die Bestrahlung ist besonders effektiv, um Zellen am Rande des Tumors abzutöten. Die Hyperthermie erhitzt dagegen in erster Linie den Kern des Tumors. In Kombination schaffen es die beiden Therapieformen, den Tumor vollständig zu schädigen.

Fazit: Hyperthermie kann die Behandlung von Lungenkrebs unterstützen

Da Lungenkrebs häufig erst spät erkannt wird und schnell Metastasen bildet, wodurch keine OP mehr möglich ist, können erkrankte Patienten besonders von einer ergänzenden Behandlung mit Hyperthermie profitieren. Durch die Folgen der Überwärmung unterstützt Hyperthermie die Chemotherapie und Strahlentherapie und kann deren Therapieerfolge verbessern.

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